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Große Panoramareise – GRP 022

Große Panoramareise GRP 022 mit Angelika und Adi vom 31.08.16 bis 14.09.16

 

Kurz vor der Abfahrt der Color Line Magic treffen die letzten Gäste in Kiel am Terminal ein. Puh, alle angemeldeten Mitreisenden sind an Bord. Von nun an gilt: stressfreie Fahrt von Kiel nach Oslo ( Uschlu) mit 75 Gästen bei bestem Wetter und klarer Sicht. Die Sonnenterrasse auf Deck 13 ist in kürzester Zeit mit Liegestühlen belegt. Kurz vor 19.00 Uhr kommt bei den Sonnenanbetern  Bewegung auf. Die Große Belt Brücke – Storebæltbroen –  ist in Sichtnähe und alle möchten ein Erinnerungsfoto von  der 13,4 km langen und knapp 70 Meter hohen Hängebrücke zwischen West und Ostdänemark mit nach Hause nehmen. Schnell noch ein Foto von der rot verfärbten untergehenden Sonne und schon ist der erste Urlaubstag verewigt. Wir schreiben den 1.September: Die Fähre Magic nimmt Kurs auf Oslo und segelt gemächlich entlang des knapp 100 km langen Oslofjordes.  Pünktlich um 10.00 Uhr legen wir am Kai an und 2.200  Menschen verlassen das Schiff, darunter 75 Hurtigrutengäste der GRP 022 voller Erwartung auf die Bergenbahn. Noch schnell mit etwas Essbarem im CO OP Prix im Bahnhof Oslo versorgen, bevor es dann auf die 516 km lange Strecke über die Hardangervidda nach Bergen geht. Kaum haben wir Finse oder die Station 1222(moh) wie Finse auch genannt wird erreicht, zeigen sich die ersten bedrohlichen Wolken am Himmel. Die Wasserfälle an den Berghängen sind übervoll und sind ein Zeichen für starke Regenfälle in den vergangenen Tagen. Fortan sind immer wieder Schauer angesagt und begleiten uns bis nach Bergen. Bergen wird seinem Ruf voll und ganz gerecht, regenreichste Stadt in Norwegen zu sein. (p.a. 2500mm).  Die eigentliche Schönheit der zweitgrößten Stadt Norwegens mit knapp 280 000 Einwohnern kann sich so leider nicht entfalten und die Gäste sind doch etwas traurig. Nichtsdestotrotz gehen einige Mutige mit der Bahn auf den Hausberg der Bergenser, den 320 Meter hohen Fløyen, um einen Blick auf die Stadt mit den 7 Bergen zu erhaschen.

Auch der Folgetag meint es anfänglich nicht gerade gut mit unseren Gästen. Doch genau zur Mittagszeit lässt sich dann doch die Sonne knapp 1 ½ Stunden blicken. Danach trostloses Regenwetter. Die Sightseeingtour fällt buchstäblich ins Wasser, obschon sich unsere liebe Sybille – der örtliche Guide –  größte Mühe gibt uns Bergen und seine Bewohner näher zu bringen.

Auch Tag 2 unserer Reise sollte etwas durchwachsen werden. Der Hjørundfjord zeigt sich in allen Facetten, eben typisch norwegisch. Kurze Aufheiterungen und Bewölkung. Kleine Regenschauer. Nun sind die ersten Ausflüge – Busfahrten zum Hotel Union in Øye und weiter in Richtung Hellesylt/Geirangerfjord, Wanderung auf die Almhütte und anspruchsvolles Bergwandern sind in der wunderbaren Fjordlandschaft rund um Urke mit seinen 51 Einwohnern und 500 Schafen angesagt.

Zurück in Ålesund trifft uns der Wettergott besonders hart. Jetzt kann es nur noch besser werden.

Das Helgeland zeigt sich von seiner schönen Seite und bei stahlblauem Himmel überqueren wir morgens um 07.20.29 Uhr den nördlichen Polarkreis /66’33“. Das Ereignis wird mit einem Glas Sekt gefeiert und mit einer klassischen Polarkreistaufe von unserer sympathischen Tour Managerin Marte zelebriert.

Während einige der Gäste unser nächstes Ziel Bodø zu Fuß erobern, sind eine Menge Gäste mit Bus oder Rib-Boot unterwegs zu den bekannten Saltstraumen. Mit knapp 30 km/h wird das Wasser in den Sund hineingepresst und verursacht Strudel mit 10 Meter Durchmesser und 5 Meter Tiefe. Für die Gäste ein Erlebnis das Staunen verursacht.

Die offene Seestrecke über den Vestfjord ist ruhig und die 110 km lange Lofotenwand zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit. Nur ein kurzer Spaziergang ist durch das nächtliche Svolvær möglich, bevor wir kurz vor Mitternacht Fahrt aufnehmen zum Trollfjord und dem Raftsund.

Ausflüge in Tromsø zu den Huskys sind ebenso im Programm wie das Bergwandern auf dem Storsteinen, hoch über der 74.000 Einwohner zählenden Stadt. Bei unserer Abfahrt durch den Tromsøsund beginnt es leicht zu nieseln. Wir sind wieder auf der MS Richard With und lassen uns die gute Küche munden. Die Erwartungen auf Nordlicht sind bei allen Gästen gleichermaßen groß. Am Abend zieht es immer wieder zu. In Berlevåg begegnen wir unserem Schwesterschiff MS

„Vesterålen“. Mit einem freudigen Winken mit unseren Handtüchern entlassen wir die Vesterålen in Richtung Süden, während wir hurtig nordwärts in Richtung russische Grenze weitersegeln. „Hans“ wartet schon auf die Gäste um mit ihnen im Boot zur russischen Grenze zu tuckern. Ein absoluter kulinarischer Höhepunkt ist der Ausflug zu den Königskrabben mit anschließendem Verzehr direkt nach dem Fang. Ein echter Gaumenschmauß. Auch die Quadfahrer sind von ihrer Tour durch Kirkenes und zur russischen Grenze hellauf begeistert.

Bei leichtem Nieselregen verlassen wir den Varangerfjord, 90 km lang und 55 km breit und damit der flächenmäßig größte Fjord Norwegens. Der Wind bläst uns auf Deck 5 auf Höhe von Berlevåg ordentlich ins Gesicht. Unser Schwesterschiff MS Nordnorge war etwas schneller als wir im Hafen und wir müssen nun auf deren Ausfahrt warten. Einige Gäste stehen auf Deck 5 und warten sehnsüchtig auf die erste richtige Polarlichtnacht. Die Erwartungen werden allerdings nicht erfüllt. Schade. Wir haben ja noch zwei Tage.

Am Morgen legen wir in Honningsvåg an, um einige Gäste auf den Ausflug zum Nordkapp zu verabschieden. Eine Reise quer über die Insel Magerøya ( die Magere) erwartet die Gäste nach dem Besuch und einem Frühstück am „nördlichsten Punkt Europas“. Rentiere, Nordkapptunnel, die Busfahrt entlang dem drittgrößten Fjord Norwegens, dem Parsangerfjord ( 123 km) sind einige Höhepunkte bevor  es zurück zum Schiff geht, das die Ausflügler in Hammerfest erwartet.

In der „nördlichsten“ Stad Norwegens geht es hinaus zum Eisbärenclub und hoch über den Zickzackvei zur 87 m hohen Aussichtsfläche am Turistveien.  Die Nordkappfahrer treffen wieder am Schiff ein und sind allesamt begeistert von ihrem Ausflug. Ein grandioser Tag beginnt.

Die Bergwelt liegt wie gemalt vor uns. Wir saugen die klare Luft Nordnorwegens in unsere Lungen und genießen den Anblick dieser großartigen Natur. Die abendliche Stimmung ist gut und es zeigen sich schwache Nordlichter am Himmel. Immer wieder sind leichte Lichtstrahlen des Polarlichtes am Himmel zu sehen. Mit dem bloßen Auge nur schwach wahrnehmbar. Die Kameraaufnahmen zeigen aber, es ist tatsächlich das  Lichtspiel der Aurora borealis vor Tromsø. Gegen Mitternacht fahren 4 Busse und ein Taxi zur Eismeerkathedrale, um dem klassischen Mitternachtskonzert zu lauschen.

Entlang von Bergketten und der offenen Seestrecke Loppahavet nähern wir uns unserem absoluten Highlight auf diesem Streckenabschnitt, dem Raftsund und dem Trollfjord. An der Einfahrt zum Raftsund steht steuerbordseitig majestätisch  die Bergkette der nördlichsten Lofoteninsel Austvagøya, am Eingang der Raftsundbrücke. Bei Bilderbuchwetter und klarer Sicht – das ist nicht allen Reisenden vergönnt – segeln wir durch den 26 km langen Sund bevor ein Teil der Gäste vor dem Trollfjord und während der Fahrt auf ein Tenderbooot überwechseln. Der nächste Höhepunkt steht auf dem Programm. Auge in Auge mit den Seeadlern. Ja, man lockt diese Seeadler mit Fischen an, dennoch ist es ein gewaltiges Schauspiel wie der König der Lüfte vor der Kulisse des Trollfjords heransegelt und die Fische aus dem Wasser aufnimmt und mit seiner „Beute“ davonschwebt. Viele Seeadlerpaare lassen sich anlocken und zeigen uns ihre Flugkünste. Parallel zur MS Richard With fahren wir am Abend hinein in den Hafen der „Lofotenhauptstadt“,  Svolvær.

Und schon geht es zum nächsten Ausflug. Auf Entdeckertour  entlang den 4 Lofoten Inseln bei idealem Wetter. Die Ausflügler erkennen, warum die Lofoten auch als die Perle der norwegischen Inseln gilt. Eine ruhige Überfahrt über den Vestfjord nach Bodø steht uns bevor. Am Morgen kommen wir in Ørnes an, leider bei trübem Wetter und leichtem Nieselregen. Das gesamte Helgeland trübt sich immer weiter ein und das Tageshighlight – die sieben Schwestern –  liegt leider unter einer Wolkendecke.

Nach Brønnøysund bessern sich Wetter und Stimmung der Gäste. Der Kapitän läßt auf der Weiterfahrt den Torghatten auf der Steuerbordseite liegen und fährt nicht wie gewohnt zum „berühmtesten Loch“ Norwegens. Am Abend treffen wir an unserem zweitletzten Hafen auf unserer südgehenden Route die neu umgebaute „MS Nordkapp“ in Rørvik. Eine etwas unruhigere See erwartet uns auf unserer letzten und längsten Einzeletappe von Rørvik nach Trondheim. Windstärke 6 und ein leichtes Schaukeln auf unserer offenen Seestrecke „Folda“ wiegt die einen auf dieser Nachttour in den Schlaf, während die anderen leichte Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht bekommen. Am frühen Morgen heißt es aufstehen und nach dem Frühstück sagen wir „Ha det“ MS Richard With und los geht es mit dem Bus zum Bahnhof Trondheim. Mit der Dovrebahn  hinauf auf die Anhöhen zum Dovrefjell mit den ersten Vorboten des Herbstes mit seinen leicht gefärbten Birkenblättern, bevor es wieder hinab in den „Korn- undGemüsegarten“ Norwegens, dem weiteren Gudbrandsdalen (angeblich nach dem Wikinger Dale Gudbrand), geht. Vielleicht hat auch der eine oder  andere den berühmten Gudbrandsdalsost, den braunen karamellisierten Käse, auf dem Schiff gegessen. Ab der Olympiastadt Lillehammer fahren wir entlang des  größten Süßwassersees Norwegens, der  132 km lange Mjøsasee bis an die Peripherie des Umlandes unseres heutigen Etappenziels, der Hauptstadt Norwegens. Bei fast hochsommerlichen 22 Grad – man schreibt den 13. September –  sind alle Gäste voller Energie und unternehmungslustig und besuchen die architektonisch auffällige Oper, Akershus Festning und Aker Brygge in der kleinsten europäischen Hauptstadt. Anderntags zeigen uns örtliche Guides Holmenkollen, den Gustav Vigeland-Park und das Frammuseum, bevor es heißt: Abschied von Norwegen und Rückfahrt mit der 2007 für 2500 Gäste gebauten Color Line Magic. Noch 20 Stunden auf See.  Entlang dem 100 km langen Oslofjord hinaus in den Skagerrak segeln wir zwischen Schweden und Dänemark bei hochsommerlichen 28 Grad  in die Kieler Fjorde.

 

Fazit: Wunderbare Menschen kennen gelernt, fruchtbare Gespräche geführt, typisch norwegisches Wetter erlebt und viele gute Erinnerungen mit nach Hause genommen.

 

Vielleicht auf ein Wiedersehen?

Ha det godt!

Ihre Reiseleiter

 

Angelika und Adi

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