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Reise in die Antarktis mit Hurtigruten – MS Midnatsol – vom 19. Februar bis 06. März 2020

Voller Erwartungen und mit dem Wissen, in 13 Stunden in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zu sein, starteten wir – RL Stefan und Adi – mit 46 Gästen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am 19. Februar 2020 in das Abenteuer Antarktis. Alle Gäste haben in Frankfurt eingecheckt. Am nächsten Morgen befanden wir uns bereits auf einem anderen Kontinent. Schon die Fahrt mit dem Bus zu unserem Hotel Hilton, nahe des Rio de la Plata und fußläufig zu den Sehenswürdigkeiten, Plaza de Mayo und dem Casa Rosado (Regierungspalast) und der berühmten Frauenbrücke Puente de la Mujer, um nur einige hot spots zu nennen, hatte uns in eine andere Welt katapultiert. Zuhause Schmuddelwetter mit Winterjacke, in Buenos Aires 32 Grad und T-Shirt Temperaturen.

Nach einem zweistündigen Spaziergang in der Innenstadt, schlenderten wir abends am Rio de la Plata entlang, zu einem typisch argentinischen Lokal. Argentinischer Wein und argentinische Steaks rundeten den Abend ab und wir verließen das Lokal in gelöster Stimmung. Hier zeigte sich die knapp 14 Millionenstadt von ihrer schönsten Seite.

Anderntags hieß es Sightseeing zu Fuß durch die Innenstadt zu den berühmtesten Schauplätzen im Stadtteil San Telmo und am Nachmittag mit dem Bus zu dem Stadtteil La Boca mit seinen bunten Wellblechhäusern, zum Botanischen Garten und dem berühmten Friedhof im feudalen Stadtgebiet Recoleta, wo Maria Eva Duarte de Perón, ihre letzte Ruhestätte fand.

Am Folgetag flogen wir nach Ushuaia, zu unserer Zwischenetappe. Dort wartete das Hurtigrutenschiff, MS Midnatsol auf seine Gäste. Die 67 000 Einwohner zählende Stadt am Beagle Kanal, am Ende der Welt – Fin del mundo – gehört zur argentinischen Provinz Feuerland. Auch hier waren wir noch am Nachmittag auf Erkundungsfahrt und zu Fuß in der Innenstadt unterwegs. Letzte Besorgungen in den vielen Touristengeschäften wurden getätigt und dann ging es am Abend auf die große Reise in die Antarktis. Wir segelten durch den Beaglekanal um aufs offene Meer zu gelangen.

Bei leichtem Sturm und einem Wellengang von knapp 8 Metern querten wir die Drakestraße. Albatrosse, Riesensturmvögel und unzählige antarktische Sturmvögel begleiteten unser Schiff bis zu den Südshetland Inseln. Wir tauchten ein in die Antarktis, während an uns die Inseln und die ersten Buckelwale vorbeizogen. Erster Stopp und erster Landgang wurde von der Crew vorbildlich organisiert und wir standen mit unserem Schiff in der Caldera, also mitten in einem Vulkan, auf Deception Island.

Die ersten großen Pinguinkolonien beobachteten das einfahrende Schiff, ohne weiter Notiz von uns zu nehmen. Alles ist in der Antarktis geregelt und der Landgang bedarf größter Zurückhaltung. Sanfter Tourismus ist das oberste Gebot in der Antarktis.

Einen unvergesslichen Tag bei bestem Wetter erlebten wir in der Duncon Bucht. Wale, Eselpinguine, Seevögel und Robben waren bei unseren Anlandungen und den Fahrten mit den Booten und Kanus zahlreich zu beobachten. Ein perfekter Tag. Auch die Folgetage waren voller Überraschungen und so perfekt organisiert, dass die Gäste bei den weiteren Anlandungen – Damoy Bucht, die chilenische Station Gonzales Videla, aber auch die Fahrten durch die Wasserstraßen entlang der antarktischen Halbinsel, Bransfield Straße, Neumayer Kanal, Gerlache Straße, Lemaire Kanal bis fast zum südlichen Polarkreis bei der Petermann Insel, begeistert waren. Vor der Petermann Insel trafen wir unser Schwesterschiff, die MS Fram.

Türkisblaues Schelfeis an den Hängen der Inseln und am Festland des unbewohnten Kontinents strahlten um die Wette. Die Stille wurde nur unterbrochen von dem Blas der Buckelwale, die uns seit einigen Stunden umkreisten. Glücksmomente, die keiner von uns je vergessen wird.

Seeleoparden, die kleine Esel- und Adeliepinguine jagten, ein 30 Tonnen schwerer Buckelwal, der mit seinem ganzen Körper aus dem Wasser sprang, wunderschöne Eisformationen, eine Landschaft zum Sattsehen und das südlichste Postamt der Welt – Port Lockroy –  waren einige der Highlights. Wir gehören nun zu den 0,00000641% der Menschheit, die pro Jahr den unbekannten Kontinent besuchen.

Anfang März endet der Sommer in der Antarktis. Im Wasser hinter unserer Fahrrinne im Lemaire Chanel bilden sich schon Eisplatten. Und wir sind immerhin noch gute 2700km vom Südpol entfernt.

Der Abschied aus dem größten Naturschutzgebiet der Erde machte alle ein bisschen melancholisch.

Mit Wehmut und einem netten Wellengang ging es nun zurück nach Ushuaia. Der Kapitän entschied sich für die Route vorbei am Kap Hoorn. Albatrosse und Blauaugenkormorane begleiteten uns bis hinein in den Beaglekanal.

Am anderen Morgen hieß es Abschied nehmen von der Crew. Ein großes Dankeschön an alle Crewmitglieder, die uns einen unvergesslichen Aufenthalt auf der MS Midnatsol in der Antarktis bescherten.

Bei 34° Celsius landeten wir am Nachmittag in Buenos Aires. Jeder Gast nahm auf seine Art Abschied von der Millionenmetropole. Am Abend gingen wir gemeinsam zu einer Weinverkostung und anschließend zu einer großartigen Tangoshow bei einem klassischen argentinischen Abschiedsessen.

Nach Mitternacht ging es mit unseren sympathischen und gutgelaunten Gästen zurück ins Hilton Hotel.

06.März 2020: Ende einer wunderbaren Reise.

In Frankfurt angekommen hatte uns doch das Covid-19 Virus sehr schnell im Griff und beherrschte unsere Gedanken, obwohl die Bilder unserer Reise bei allen noch im Kopf waren und wahrscheinlich auch bleiben werden. Die unsägliche Corona Zeit hat begonnen.

 

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